By a human –ein Name der keiner ist, den ich aber dennoch gewählt habe, um mich hinter ihm zu verbergen. In sich selbst schon eine Utopie, ist er unter anderem eine Anspielung, so viel kann man offen legen, auf Jane Austens Pseudonym „by a Lady“. Jedoch wird nicht einmal mehr das Geschlecht verraten. Nun, vielleicht liest man eine Geschichte anders, wenn man den Hintergrund des Autors bzw. der Autorin kennt. Aber kann ein Pseudonym, ein Versteck, Schreibende von ihrem Hintergrund loslösen? Bin ich befreit von meinem Kontext, nur weil ich mit der Behauptung schreibe, einfach nur ein Mensch zu sein? Nun, jeder wird von seinem Umfeld beeinflusst und ebenso werden die Geschichten von diesem Umfeld beeinflusst. Man wird in Geschichten zwar als Lesende auch Lesarten finden, die der Verfassende nicht bewusst kreiert hat. Man kann den Text daher als eigenständiges Element auch unabhängig von seinem Schöpfer sehen. Aber bekommt er eine andere Bedeutung, wenn man weiß, wer ihn in welchem Kontext geschrieben hat?

Hinter der Beschreibung Human verschwinden zu können ist Luxus, ein Luxus den man hinterfragen und kritisieren kann.

 

 

Nun, wir befinden uns auf dieser Internetseite in der Welt der ausgedachten Geschichten. Prinzipiell müsste alles möglich sein. Aber gibt es vielleicht auch ein sollte, oder müsste, einen Maßstab, was von wem geschrieben werden sollte und was nicht? Wer sollte für wen das Wort ergreifen und wann sollte man es sich nicht anmaßen, sich in eine andere Person hineinzuversetzen? Ein Pseudonym, wie „by a human“ bietet viele Freiheiten, aber jeder wird es vielleicht ein wenig unterschiedlich beurteilen, wie man mit diesen Freiheiten umgehen sollte. Ich bin gespannt auf Kommentare, warte mit Interesse auf konstruktive Kritik und eigene Ideen. Ob es nun ein spontaner Eindruck, ein Gefühl, ein Gedanke oder ein ganzes Konzept ist, alles ist herzlich willkommen! 

 

Geschichten in der Welt, aus der Welt und über die Welt. Kurzgeschichten, Gedichte, lesen, schmökern
Eine Welt aus Geschichten, die nur darauf warten gesehen zu werden

"The single story creates stereotypes, and the problem with stereotypes is not that they are untrue, but that they are incomplete.

They make one story become the only story." 

Chimamanda Ngozi Adichie