Tautropfenzart

Ein Hauch, die Stimmung hängt leise

Ihr zartes Antlitz zerbrechlich verstummt.

Nur eine Sekunde, der Atem erstarrt,

schon ist er vorüber, der Moment.

 

Es ist ein Wimpernschlag, kaum mehr,

nur vereint mit dem Drängen nach mehr.

Doch suchst du ihn, verlangst du ihn,

weist er dich voll Kälte zurück.

 

Kommt geflogen, tautropfenzart,

lässt sich lieben, sommernachtsnah,

doch weicht er zurück, eiszapfenhart

Kaum sind wir ihn gewahr.

 

Ein Sonnenstrahl im Morgendunst,

ganz unschuldig, unnahbar fern,

Eine Knospe, fein und mild,

kaum geboren und dennoch dein.

 

Es ist der erste Gruß des Frühlings,

ein erstes frohlockendes Plärren,

kommt selig entweichend aus seinem Kindesmund.

Doch narrt uns der weichende Winter, mit seinem Eisesschlund. 

 

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